Wie zeigt sich eine Periimplantitis 

Ein Zahnimplantat hält ein Leben lang? Dachten wir vor ca. 15 Jahren auch noch. Leider kamen Anfang der 2000 Jahre die ersten Patienten mit gelockerten Implantaten. Wir dachten zuerst, dass es Materialversagen sein könnte. Aber die Zähne auf den Titanschrauben waren fest … Der Knochen um die Implantate (sog. periimplantärer Knochen) hatte sich aufgelöst und die Implantate fielen buchstäblich aus.

Bakterielle Infektion um die Zahnimplantate
Erste Fallberichte aus dieser Zeit ließen Kliniker bei der Nachsorge Patient*innen mit Zahnimplantaten genauer hinschauen und siehe da: viele Implantate zeigten zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach ihrer Insertion bereits Knochenabbau. Oft war dieser zu Anfang nicht klinisch relevant (die Implantate waren nach wie vor fest), aber die Problematik schien sich ständig zu verschlimmern, so dass es schließlich zu Lockerung kam. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass es sich um einen fortschreitend verlaufenden, durch eine bakterielle Infektion ausgelösten, entzündlichen Prozess um die Zahnimplantate herum (ähnlich der Parodontitis um den Zahn) handelt.

Aufgrund der Ähnlichkeit zur Parodontitis wurde dem Prozess der Begriff „Periimplantitis“ zugewiesen.


Was bedingt die Periimplantitis?

Heute, 15 Jahre später, sind die Ursachen der Periimplantitis wesentlich besser verstanden. Diese beginnen bei der Planung der Implantate. Es zeigte sich, dass zu wenig Abstand zwischen Implantaten oder Implantaten und Zähnen derartige Periimplantitiden begünstigen können. Ein weiterer Risikofaktor ist ein mangelhaftes Angebot befestigter Mundschleimhaut um die Implantate.

Darüber haben Raucher, Diabetiker und Menschen mit eingeschränkter Mundhygiene ein erhöhtes Risiko, um Implantate herum Entzündungen zu entwickeln.
Darüber hinaus erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine Periimplantitis bei Menschen, die unter Osteoporose leiden oder knochenwirksame Medikamente (sog. Antiresorptiva) einnehmen.


Wie stellt man eine Periimplantitis fest?

Die Experten des Zentrums für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde Ansbach können zu jedem Zeitpunkt durch klinische Untersuchung (klinischer Blick, Sondierung, Beurteilung des Entzündungsgrades der Mundschleimhaut) und unterschiedliche Techniken der Röntgendiagnostik eine Periimplantitis feststellen.


Ist eine Periimplantitis behandelbar?

Es existieren viele Möglichkeiten der Therapie der Periimplantitis. Zu Anfang des Prozesses kann durch konservative Maßnahmen und ggf. medikamentöse Therapie das Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Diese Therapiemöglichkeit ist besonders effektiv, wenn sie regelmäßig durchgeführt wird. Die Therapiesitzungen ähneln intensiven Zahnreinigungen, die manche Patient*innen ohnehin oft in Anspruch nehmen. In weiter vorangeschrittenen Stadien kann durch operative Maßnahmen Knochen geglättet und in speziellen Fällen neu aufgebaut werden.

Dabei kann es notwendig sein, gleichzeitig das Angebot an ortsständiger Mundschleimhaut zu vermehren. Die „Ultima ratio“ ist die Entfernung des Implantats, um letztlich eine weitere Schädigung des Knochens zu verhindern. Für alle Behandlungen der Periimplantitis sind die Experten des Zentrums für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde Ansbach spezialisiert. Alle erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen können angeboten und durchgeführt werden.